19. Ekelmail

Juliane Kruppke schrieb am 26. 11. 2005

Hallo ihr Lieben,
sitze gerade mit nem fetten Lassi in einem kleinen
drei-Computer-Cybercafe. Wollte euch schnell danke
fuer die lieben Geburtstagsgruesse, Anrufe, mails
sagen. Wer jetzt denkt: shit, Juliane hatte ja
Geburtstag, dem kann ich nur folgendes sagen: Don't
worry, morgen loesche ich dich aus dem Emailverteiler. :)

Mein Geburtstag war zerstoerend gut. Zuviel Alkohol,
zuwenig Schlaf und nun, wo ich auch nicht mehr die
Juengste bin, pfeiffe ich aus dem letzten Loch. Diese
bloede Erkaeltung!
Uah, wie aufs Stichwort hat der Mann neben mir gerade
ganz ekelerregende Wuerghustgeraeusche von sich
gegeben...

Das ist doch mal ein schoenes Thema fuer ne
Massenmail.

Vom Gucken auf die Tastatur laeuft mir Schnupfenkind
die Nase. Und was nun? Schnauben? Na sicher, aber
damit ernte ich immer merkwuerdige Blicke und die
Strassenkinder lachen sich schlapp. Karla, eine
Freundin, hatte einen sechswoechigen Indienkulturkurs, in dem sie auch lernte, den Rotz durch ein stimmiges Luftdrucknasenlochverhaeltnis heraus auf die Strasse zu rotzen. Das sieht man hier staendig. Wer jetzt glaubt, dass die mail nicht ekeliger werden kann...abwarten!

Es ist nicht unhoeflich zu rulpsen. Na Annelie, das
waere doch was fuer dich, hm? Stellt euch die
grazioesen Frauen im Sari vor, die dann ploetzlich
einen Riesenrulps loslassen. Noch ueberraschter ist
man dann, wenn sie ploetzlich ihren Finger in der Nase bohren.

Soweit ich weiss, gelten Koerpersaefte als unrein,
weshlab es Sinn macht, sie so schnell wie moeglich
loszuwerden. Klingt plausibel, wenn ich an die vielen
Maenner denke, die ich taeglich pissen sehe. Ja, so
mus man es wohl sagen. Keine Hauswand ist ihnen
heilig. Es gibt auch oeffentliche Toiletten: einfache
hochgezogene Kachelwaende mit Abfluss. Stinkt wie sau. Da stehen sie dann schoen ordentlich in Reih und
Glied. :) Es sei denn sie hocken. Dann sollte man auf
keinen Fall hingucken!!!

Letzte Woche habe ich gesehen wie neben einem
pinkelnden Mann in einer dieser wunderbaren
Einrichtungen ein Kalb stand und den Boden
leckte...Hm, lecker!

Auch die Frauen raffen oefter mal schnell am
Strassenrand ihre Roecke und pieseln vor sich hin. Im
Prinzip ist die Bushaltestelle, an der ich taeglich
umsteigen muss, ein einziges, grosses, jaemmerlich
stinkendes Klo. Ein paar Meter weiter: die
farbenfrohen Obststaende.

Warum die Maenner sich so oft am Schritt rumgrapschen
muessen, konnte ich noch nicht rausfinden. Ich denke hier leben soviele Menschen, dass die Dinge, die einige vielleicht gewoehnlich heimlich tun (den
Schlueppi gerade ruecken, popeln...), hier von vornherein gar nicht erst versucht werden, geheim zu
halten. Dafuer ist das Land auch zu arm, bedenkt man
der Menschen, die ihre Morgentoilette (waschen etc.)
auf dem Gehsteig, sofern einer vorhanden ist,
verrichten.

So, genug geekelt. Werde jetzt erstmal meinen Lassi in Ruhe zu Ende schluerfen. Bilde mir ein, dass er die Halsschmerzen verringert. Denke oft an euch. Bin
neidisch auf Weihnachtsmarkt und Weihnachtsstimmung,
Gluehwein, Lebkuchen (danke liebe Uta) und vieles
mehr. Der Advent beginnt und es sind immer noch 30
Grad...Und eine neue Erfahrung fuer mich: Ich vermisse den Regen! Speziell Sommerregen.

Liebe Gruesse,
eure 24 Jahre alte Juliane

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