12. Eindruecke der Woche

Juliane Kruppke schrieb am 21.10.05 14:44:49:

Slumkinder, die aus Muell Drachen gebastelt und diese
steigen lassen haben.

Kuehe, die in einem Berg voll Ringelblumen stehen und
diese fressen.

Das gute Gefuehl ueberlebt zu haben, nachdem man
erfolgreich an der richtigen Stelle aus dem fahrenden
Bus abgesprungenn ist und den nachfolgenden Autos
ausweichen konnte. (Liebe Mama, bitte nicht aufregen!)

Slumkindern aus einem Wuestenort mit
Wasserversorgungsproblem beim Tanzen im fallenden
Wasser, das I-India zweimnal pro Woche in Tankwagen
hinbringt, zugesehen. Das ist gelebte Freude pur!!

Eine Fliege, die an einer offenen Stelle eines zwei
jaehrigen Maedels unter die Haut kroch und dort
verschwand...

Der Stolz in den Augen eines Heimjungen, der mir seine Kungfutricks praesentierte.

Sieben fette Kuehe vor meiner Haustuer. An alle
Bibelfesten: Ihr wisst ja was das heisst. Auf die
naechsten sieben Jahre.

Ein K.O.-Schlag zwischen zwei maennlichen
Slumbewohnern.

Bunt angemalte Elefanten im Strassenverkehr.

Eine Kuh auf der Trennungsmarke zwischen den
Strassenspuren im moerderischsten Strassenkaffee.

Ein Rikschafahrer, der mir nicht von Hitler, sondern
von der Wiedervereinigung Deutschlands berichtet und
mich damit schwer beeindruckt hat.

Ein Buchladen. Eher ein Laedchen: Marquez, Stephen
King, Salman Rushdie, Hesses Siddharta und Hitlers
Mein Kampf. Habe mir eine Strassenkarte gekauft.

Stromausfall. Immer wieder. Erklaerung seitens der
Gastfamilie: Der Strom wird gespart (?) damit er fuer
Diwahli reicht. Das ist der Feiertag schlechthin. Alle drehen deswegen am Rad. Sogar die Slumbewohner putzen sich dafuer raus. Als wuerde Weihnachten und Ostern auf einen Tag fallen. Auch Lichterfest genannt. Ueberall Kerzen. Wozu dann Strom?

Der Gestank des "frischen" Muellberges auf der
Strasse, in dem einige Menschen nach Essen wuehlen.

Strassenstaenden fuer Obst unter riesigen
Sonnenschirmen, gespannten Tuechern. Viele Farben.

Moskitostiche noch und noecher. Jetzt:
Elektrisch-fluessiges Moskitovernichtungsdingsbums.

Tradition: Feierabendbierchens mit Esta auf dem Balkon bei (u.a. Voll)mond.

Viele, viele lachende Kindergesichter!!
Habe einmal ein Zauberkunststueck vor sechzig
vorgefuehrt: Circa 120 unglaeubige und hoch
konzentrierte Augen, die jeder meiner Bewegungen
folgten. Offene Muender. Lachen. Klatschen.

Ich kann meinen Namen in Hindi schreiben. In drei
Versionen! Denn die Inder sind sich nicht einig ueber
die Schreibweise. :-)

Das Essen in einem Nobelrestaurant fuer circa zwei
Euro. Wirklich lecker.

Esta, die Chapathi (wie auch immer man es schreibt,
Brotfladen) ueber offenem Feuer baeckt und die
darueber hoechst erfreuten Servicekraefte der Familie
(zwei junge Maenner namens Gantscher und Gofry oder so aehnlich).

Gastmutti und Tochter, die erschoepft aus Delhi
zurueck sind. Waren mal eben einen Tag zum Shoppen
hingeflogen...!!

Viele Frauen mit Hennatattoos auf den Haenden.
Indischer Frauentag.


So, mache jetzt Schluss fuer heute. Das Feierabendbier wartet. Muss mich heute von Karla verabschieden. Sie hat es tatsaechlich ein ganzes Jahr in diesem verrueckten Land ausgehalten und fliegt morgen nach Kanada zurueck. Darum gehen wir heute zum Abendessen gemeinsam aus.

Bye, lasst es euch gut gehen,
eure schon halb indische (ich mache staendig diese
dumme Kopfbewegung ohne es zu wollen) Juliane

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