E-mails aus Indien

22. Drachenkämpfe und Kummer-Kumars

Am 16.01.2006 um 11:49 schrieb Juliane Kruppke:

Hallo Ihr Lieben,
vielen Dank fuer all die aufmunternden Worte!! Das hat mir und meiner Familie sehr geholfen. Auch in dieser mail wird es um Geld gehen, aber nachdem die letzte nicht so erfreulich war, muss ich euch erstmal vom Kitefestival berichten. Schliesslich sollt ihr nicht eure indische Stimmung verlieren.
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Das Kitefestival hat sich schon Wochen im Voraus
angekuendigt. Kleine Drachengeschaefte sind wie Pilze
aus dem Boden geschossen, wurden an jeder Ecke
eroeffnet. Ein Kite eine Rs. Also durchaus ein
bezahlbarer Spass, sollte man meinen. Das Ganze hat
aber gar nicht soviel mit Spass zu tun, sondern mit
Wissenschaft. Wie genau wird der Strick an den Drachen gebunden? Warum muss man den Drachen vor dem Flug
ueber den Kopf biegen? Und wie um Himmels Willen
kriegt man das Ding in die Luft?
Die Antworten: Keine Ahnung, keine Ahnung, keine
Ahnung! Und das obwohl ich nun seit ein paar Wochen
taeglich Drachen im Heim habe steigen lassen. Die zu
kaufenden Drachen sind groesstenteils aus Verpackungsresten gebastelt, weshalb so lustige Dinge
wie Zutaten etc. darauf zu lesen sind. Davon abgesehen gibt es sie aber in jeder Groesse, Farbe und Form. Bunt, bunter, Himmel ueber Jaipur. Am Sonnabend hat wirklich jeder seine Dachterrasse erklommen, am besten noch irgendwie Musik dorthin gebracht (alle was unterschiedliches und lauter Start gegen 6 Uhr (ich war um vier im Bett...)) und ab geht die Post. Nun ist Drachen steigen lassen ja etwas, das wir als friedliche Erinnerung aus unseren Kindertagen ins Heute gerettet haben. Aber nicht in Indien. Da werden kleine Glassplitter an die Schnur geheftet, damit man im "Drachenkampf" die Leinen der anderen Drachen kappen kann...Ach Indien!
Schon seit Tagen schmuecken Fetzen von Drachen die
Stromleitungen, Baeume und Daecher. Immer mehr Kinder
von der Strasse kommen mit Verletzungen ins Heim...Schliesslich ist kein Baum zu hoch, wenn in
seiner Krone ein Drachen notgelandet ist.
Die gekappten Drachen schweben herrenlos zu Boden. Wo
meistens schon eine Horde Kinder wartet. Denn wer den
Drachen faengt, darf ihn behalten. Leider segeln die
Drachen auch auf Strassen...und noch mehr verletzte
Kinder. Aber dafuer haben sie ja ihre Didi (grosse
Schwester). Ich bin ihre Didi Muskan (Smile, den Namen haben sie mir verpasst), aber mein Lachen ist dann doch ab und zu mal gefroren, wenn ich zusehen musste, wie sie von Dach zu Baum zu Mauer zu Dach etc. geklettert sind.
Drachen steigen lassen ist also ein Volkssport. Nahe
zu alle Geschaefte hatten geschlossen, spezielle
Suessigkeiten wurden genascht und die Strassen waren
fast so leer wie der europaeische Standard, denn alles Leben spielte sich ueber den Daechern auf den
Dachterrassen ab.
Ich bin mit ein paar aiesec trainees in der Pink City ins Stadion gegangen. Da gab es ein Showfliegen, das
wir leider verpasst haben. Dafuer haben wir dann fuer
Unterhaltung gesorgt, in dem wir uns zu doof angestellt haben, um die Kites zu starten. Weshalb wir von jeder Seite indische Hilfe bekamen. Lustig!
Der ganze Himmel so bunt, wie heute die Raender der
Strassen. Meine Kids sind immer noch berauscht vom
Wochenende.

Aber da sind wir ja auch schon wieder bei den Kindern. Heute wuerde ich euch gern die Kumars vorstellen.
Gestatten: Krishna, Giotti, Nishant und Deepak. Nun
ja, um ehrlich zu sein ist das nur ein Bruchteil der
vielkoepfigen Familie. Aber gerade diese vier bedeuten mir sehr viel. Strassenkinder aus der Nachbarschaft. Die vier kommen taeglich zur Schule und damit taeglich zu mir.

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Krishna (10 Jahre) ist der Streber schlechthin. Ich
weiss nicht, wie er es anstellt, aber sogar als Kind
von der Strasse schafft er es immer, sich so zu
kleidenb, wie man sich einen klischeehaften Streber
vorstellt. Er ist ausserdem noch ein Weichei, eine
Petze. Also nicht fuer das Leben auf der Strasse
geschaffen. Wenn ich morgens komme, dann spielen die
anderen Kinder noch, waehrend er schon lernt. Von
allen Strassenkindern ist sein Englisch das Beste.
Beziehungsweise kann man das von den anderen nicht
Englisch nennen. Darum hat er vom Lehrer ein
Woerterbuch geschenkt bekommen, dass er als typischer
Inder jetzt auswendig lernt!! Ich versuche den
Wahnsinn zu stoppen und habe ihm darum ein Bilderbuch
mit englischem Text geschenkt. Peter und der Wolf.
Ausserdem rechnet und schreibt er. Er will Lehrer
werden und fuehrt sich bereits wie einer auf. Veteilt
die Uebungshefte, die Tafeln und die Kreide und hilft
und korrigiert die anderen. Er ist hilfsbereit,
freundlich und vor allen Dingen interessiert. Wenn er
koennte, dann wuerde er den ganzen Tag nur lernen.
Unsere Schule bietet ihm nicht genug. Sie ist
eigentlich gedacht, um den Kindern schreiben und lesen beizubringen, damit bessere Chancen im Leben haben. Er ist total unterfordert und geht verloren in der Masse.

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Aehnlich ist es mit seiner Schwester Giotti (6 Jahre). Ihr blitzt die Intelligenz bereits aus den Augen. Sie hat einen ausgepraegten Gerechtigkeitssinn und verteidigt die Kleinen, bestraft die Grossen und
regelt so den Schulalltag. (verwaltetr z.B. den
heissbegehrten Radiergummi) Sie ist lieb, ohne zu
anhaenglich zu sein, denn sie merkt, wenn es mir
zuviel wird. (Meistens ist die Nachfrage nach
Aufmerksamkeit von seiten der Kinder nicht zu
bewaeltigen.) Sie lernt sehr schnell und ist ein wenig ein Vorbild fuer die anderen Maedels, denn sie kann bereits gut schreiben. Anders als Krishna ist sie mehr Kind. Wenn sie lernt, dann lernt sie. Schneidersitz, gerader Ruecken und hochkonzentriertyer Blick. Aber wenn sie spielt, dann spielt sie. Rumtollen, flitzen und ein quietschvergnuegtes Lachen.

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Das hoert man von ihr am meisten, wenn sie mit ihrem
Cousin Nishant (7 Jahre) zusammen ist. Nishant ist ein lieber Lausebengel. Ein Ruepel und Besitzer meines Herzens. Er hat das einnehmendes Lachen der Welt. Heute hat er sich fast totgeschaemt, weil er einen Zahn verloren hat und ich die Luecke gern sehen
wollte. Dann verkriecht er seinen Kopf in meinem
Schoss und luchst nur ab und zu ganz vorsichtig, bevor er dann doch von einem Ohr zum anderem grinst.
Einerseits ist er total verkuschelt, abdererseits ist
er aber noch so verspielt, dass er sich nicht lange
aufs Lernen konzentrieren kann. Aber das muss er auch
nicht, denn er schummelt sich immer irgendwie durch.
Ausserdem kann er die aufgetragenen Aufgaben (z.B. das ABC schreiben) in einem Bruchteil der Zeit erledigen, den die anderen Kinder brauchen. Also genug Zeit zum Quatsch machen.
Ich kenne ein par hundert Strassen-und Slumkinder.
Davon circa 50 besser und davon circa zehn gut. Kein
einziges schreibt wie Nishant. Alle geben sich grosse
Muehe. Nie wuerden sie etwas durchstreichen. Alles
wird ordentlich, in Reihe und Glied, niedergeschrieben, wegradiert und ganz akkurat gemacht. Nun, Nishant wuerde auch nichts durchstreichen. Er uebermalt es dann lieber. So eine
Sauklaue...Ich liebe diesen Ruepel!

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Bleibt noch ein anderer Cousin, der kleine Deepak (5
Jahre). Er ist das Kueken und sieht auch wie eins aus. Kommt noch hinzu, dass er oft einen ehemals gelben Plueschpulli traegt, der ihn wie ein Kueken
aufplustert. Er ist still und lieb. Taeglisch schreibt er das ABC in Englisch und in Hindi, ohne dass das jemanden kuemmert. Immer das Gleiche. So lernt er nichts, sondern schummelt sich wie Nishant durch. Aber er ist ja auch erst fuenf. In dem Alter konnte ich noch nicht das ABC in zwei Sprachen schreiben oder bis 100 zaehlen.

Alle Kumars, die ich kenne, sind sehr intelligent.

Wie kommt nun der Kummer in die Betreffzeile?
Ich liebe diese Kinder. Sie zu verlassen, zerreisst
mir das Herz. Ich werde nicht wissen, was aus ihnen
wird. Was soll auch aus ihnen werden? Sie haben schon
fast alles gelernt, dass ihnen die Slumschule bieten
kann. Zu klug. Aber sie koennten auf eine staatliche Schule gehen. Das kostet natuerlich. Aha, jetzt sind wir wieder beim Thema Geld.
Eigentlich war es mein Plan, meine Freunde aus der
Altmark (Freundeskreis Bluetezeit) zu ueberreden, ein
Strassenkind zu sponsern. Das kostet 20 Euro im Monat.
Dafuer koennen sie zur Schule gehen, bekommen
Schuluniform, essen und medizisnische Versorgung. Also habe ich mir Gedanken gemacht, welches Kind eine
Sponsorschaft verdient. Seit circa einem Monat
beobachte ich die Kinder uner diesem Gesichtspunkt.
Liebenswerter Luemmel oder wissenbegieriger Streber?
Gott spielen. Ich kann diese Entscheidung nicht
treffen. Wenn ich mir vorstelle, dass ich Krishna sage, dass er auf eine richtige Schule gehen kann...Der verkraftet soviel Freude auf einmal vielleicht gar nicht.
Die Strassenkinder werden nur selten gesponsert, weil
man dafuer der Organisation vertrauen muss. Was ich
absolut tue. Und weil man die Kinder normalerweise
nicht vorher kennen lernen kann. Was ich aber getan
habe.

Ich wuerde am liebsten 80 Euro im Monat locker machen
und das Leben dieser vier Menschen fuer immer
veraendern. Aber wie ihr wisst, habe ich das nicht.
Vielleicht ist es mir aber trotzdem einfacher, diesen
vier zu helfen, als mir selber.

Ich habe von euch ungefaehr 300 Euro Spenden erhalten.
Da es in Jaipur (2 grad nachts) so kalt wie schon seit 32 Jahren nicht mehr ist (Zeitung), leiden alle
Obdachlosen dieses Jahr besonders. Ich koennte fuer
das Geld Decken in den Slums verteilen, aber das Geld
wuerden sie verkaufen.
Darum ist mein Plan eigentlich dieser:
Fuer das Geld Kleidung von den groesseren Heimjungs
bestellen. Diese lernen schneidern und koennen sich
damit etwas Taschengeld verdienen. Dann die Kleidung
(verschiedene Groessen) im Slum verteilen. Das hat
schon ein anderer Praktikant gemacht und damit viel
Erfolg gehabt. Ich mache auch wie versprochen Fotos.
Das waere zur Zeit noetiger als die angedachte
Wohnraumverschoenerung.

Aber ich koennte auch ein Kind fuer 15 Monate zur
Schule schicken. Oder vier fuer ein halbes Jahr.
Oder ich frage viele Leute, ob sie vielleicht
regelmaessig bereit waeren vielleicht drei Euro im
Monat zu geben und ich schaue mal, was zusammen kommt. Dann wuerde ich die 300 Euro ins Kleidungsprojekt stecken und mit dem anderen Geld die Kumars zur Schule schicken.

Es ist an euch. Es ist euer Geld!
Waehrt ihr bereit, regelmaessig (und wenn viele
mitmachen, brauchen wir jeder nur gaaanz wenig geben)
etwas Geld fuer die Kinder zu geben? Ich wuerde ein
Konto eroeffnen. Oder waere ein Fond besser? Ich kenne mich da nicht aus.

Und Altmarkfreunde? Was haltet ihr davon, dem kleinen
Lausebengel Nishant (passt am besten zu uns, oder)
eine echte Chance fuer ein besseres Leben zu geben?

Denkt bitte drueber nach und schreibt mir. Fragt eure
Familien und Freunde. Ich verlasse Jaipur Anfang,
Mitte Februar. Bis dahin muss ich es wissen. Aber die
Kleiderbestellung muesste ich eigentlich schon vorher
durchziehen.
Ich lande uebrigens am 27. Feb um 12:45 Uhr in
Franktfurt. Damit ihr wisst, fuer wann ihr den Reisebus mieten muesst, den ihr braucht um mich alle abzuholen.

Liebe Gruesse,
eure Juliane

P.S. Ich haette ein viel besseres Gefuehl, wenn ich
gehe und wenigstens ein paar Leben nicht unberuehrt
von meinem Indienaufenthalt blieben. Wir wuerden
natuerlich immer ueber die Kinder informiert werden.

23. Indien - Das Bilderbuch

Juliane Kruppke schrieb am 25.01.2006:

So Leute, jetzt ist der gefaehrliche Punkt erreicht:
Ich denke in Bildern. Ein wenig kenne ich das vom
Denken in Artikeln, wenn ich etwas laenger fuer die
Altmark Zeitung geschrieben habe. Aber hier sind es
definitiv Fotos.
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Habe soebend die drei (!!!) Filme abgeholt, die ich in
Udaipur verschossen habe. Schlafzeit abgezogen, hat
mich die Stadt vermutlich mehr mit Kamera vorm Gesicht
gesehen, als ohne. Zugegeben, eine Chill-Stadt mit
viel weissem Marmor, einem klaren Himmel und blauem
Seewasser - also durchaus knipsenswert. Aber dieselben
Eindruecke Indiens ziehen mich auch nach vier Monaten
immer noch an, so dass ich eine ansehnliche Sammlung
vom am Strassenrand hockenden Maennern habe. Turban,
Tuch um die Beine gewickelt, Schal und vielleicht
sogar nen Chai in der Hand. Oder aber Frauen, die in
einem Berg exotisch duftender (etwas schwer aufs Foto
zu bringen) Fruechte fast verschwinden. Bunte
Fruechte, leuchtende Saris, vom Alter zerfurchte
Gesichter.
imm084_16-0
Meine neueste Ruprik nennt sich "Zeitungsleser".
Wahrscheinlich ist das ein deutliches Zeichen dafuer,
dass ich nun zu lange hier bin. Es wird Zeit zu gehen.
Dabei gibt es soviele Fotos, die ich bereits im Kopf
habe und nur noch machen muss. Wie die zum Trocknen im
Wind wehenden Saris oder "Aids (+)x(-)=+" auf
Hauswaenden usw.
Ich wuerde liebend gern eine Fotoausstellung machen,
wenn ich wieder da bin!!!Oder sagen wir mal, ich werde
eine machen. Bloss wo? Kreative Ideen eurerseits?
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Ansonsten war Udaipur spitze. Relaxing pur!
Wasserpalaeste, Palmengarten, Springbrunnen. Gereist
bin ich mit Anja (Karlsruhe), Jana (Tshechien), Ingrid
(Holland) und Sve (Bulgarien). Was sich als echt gute
Kombination herausgestellt hat. Nach einem Tag hatten
wir es raus, wie wir uns perfekt ihn eine Rikshaw (und
die sind dort kleiner als in Jaipur) zwaengen konnten.
Udaupir-Wasserblick
Und nun das Unglaubliche:

AUFGRUND DES GEBURTSTAGES EINES RIKSHAWFAHRERS FUHR ER
UNS FUER UMSONST!!!

Ich hatte nicht gedacht, dass man in Indien was fuer 0
Rs kriegen kann. Und am allerallerletsten ne
Rikshawfahrt!! Die Anja, die live dabei war, wird es,
waehrend sie das liest, wahrscheinlich trotzdem nicht
glauben. :)

Mit Sve hatte ich auf der Zugrueckfahrt ein echt gutes
Gespraech ueber die Schuld der Deutschen auf Grund des
2. WK. Das muss ich noch mal ueberdenken. Dann kriegt
ihr ne Zusammenfassung. Aber zumindest weiss ich, dass
sich durch Indien auch mein Verhaeltnis zum schoenen
Deutschland samt seiner Geschichte geaendert hat. Das
einzige Thema, das sich noch in unser Gespraech
draengeln konnte, war Homosexualitaet. Sollten zu der
Nachtzeit noch ein paar Inder wach gelegen haben,
konnten sie nach so einem offenen und liberalen
Gespraech wahrscheinlich die ganze Nacht nicht
schlafen.:)

Ein Hoehepunkt fuer mich: Im Stadtpalast wurde
Shaekespeares Mittsommernachtstraum gespielt. Ich
vermisse Theater! Das war wie Kinderschokolade fuer
die kleine Julianeseele.
Alles war indisch angehaucht. Die Kostueme, die Elfen
benahmen sich wie Affen und gespielt wurde unter
Saeulen. Herrlich!

Apropos kleine Seelen. Eure Hilfsbereitschaft
verschlaegt mir den Atem. Ihr gebt zuviel. Das
Sponsoring laeuft (zu) gut. Die Kinder sind (ueber)
save. Ich muss das Ganze jetzt mal klug ueberdenken.
DANKE!!!

Gestern war ich uebrigens ausgenockt. Die rasanteste
Flitzekacke meines Lebens, dazu farbenfrohe Kotzeritis
und als Kroenung drueckende Kopfschmerzen mit
erhoehter Temperatur. Wie schoen, dass ausgerechnet da
endlich zwei weitere Mitbewohner ins White House
eingezogen sind. Tom (Holland) und Marcello
(Brasilien). Aber dafuer haben sie und Grabriela fuer
Unterhaltung gesorgt. Mit mehr Leuten fetzt alles
gleich viel mehr.
Leider kommen sie aber ziemlich spaet. Bin
schliesslich schon so gut wie ausgezogen.
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Mein Praktikum endet mit diesem Monat. :( Moechte den
Jungs eine Tischtennisplatte und Schlaeger kaufen. Mal
sehen, ob sich das in Jaipur finden laesst. Doerte
kommt erst am 11.2. in Mumbai an, so dass ich jezt
plane, wie ich die Zeit bis dahin ueberbruecke. Wuerde
gern schon mit ein paar anderen trainees rumreisen.
Aber zunaechst moechte ich i-indiamaessig alles
klaeren. Meine Miete endet allerdings auch diesen
Monat und nun gibt es verschiedene Varianten. Noch
zwei Wochen bezahlen oder von traineehouse zu
trainehouse ziehen (hab da schon Angebote) oder
reisen...

Der Abschied hat schon angefangen. Bald sehe ich euch
wieder.
Vergesst nicht: Grosse
Juhu-endlich-ist-Juliane-wieder-da-Party Ende Maerz!

Dann nehme ich euch richtig in den Arm. Bis dahin
fuehlt euch gedrueckt,
Juliane
P.S. Anja, Markus und Patrick: Ich hoffe es geht klar,
dass ich euch in meine emailverteilerfamilie
aufgenommen habe. Ich weiss, dass ich euch nichts
ueber Indien zu erzaehlen brauche. Aber vielleicht
habt ihr ja trotzdem Spass dran.
Und Patrick, tat gut deine Stimme zu hoeren. Auch wenn
ich dank des Zuges nur Gebrabbel verstanden habe. :-)

24. :-)

Juliane Kruppke schrieb am 30.01.2006:

Ich freue mich wie wild und ihr sollt euch auch freuen:
War heute mit einem Uebersetzer bei den Kumars...Ja,
sie werden ab Juli zu einer Privatschule gehen. Es tut wirklich gut, soviel Freude zu verbreiten.
Unglaublich! Die Eltern waren sprachlos. Ich bin
ueberglucklich, vor allem, weil sie sofort zugestimmt
haben. Wer genau was wie gibt, erklaere ich euch
spaeter. Jetzt erstmal: FREUDE!!!

Ach, ihr wollt doch bestimmt auch wissen, was ich
sonst noch mit eurem Geld (400 Euro und ein paar
Zerquetschten) mache. Habe mir wirklich den Kopf
zerbrochen. Ich kann das Geld in keiner Form an die
Kumars und deren Hofgemeinschaft geben, ohne einen
Strassenkampf auszuloesen. Also doch an meine
Heimjungs. Sie kriegen meistens Kleidung oder Essen.
Dabei haben sie nichts zum Spielen. Ausserdem wollte
ich ihnen etwas geben, was mehr fetzt. Ich dachte
zuerst an eine Tischtennisplatte, aber Prabhakar hat
ihr eine Lebensdauer von gut geschaetzt drei Monaten
eingeraeumt..und vermutlich hat er recht. Also, was
nun?

Die Strassenkinder von meiner Schule:
Schreib-und-Rechnenlern-Bilderbuecher

Die Heimjungs:
1)Fahrraeder. also fetzig und nuetzlich. (vermutlich
zehn Stueck)
2)Musikanlage fuers Heim. muss ich das erklaeren?

Vijey und Asif (beide 14:)
kriegen heimlich von mir Extrageschenke:
Axe-Deos.(Fuer das beste im Mann):)

Dhrampal:
Floete, Lernbuch und Noten


die Kumars:
eine echte Chance!

DANKE DANKE DANKE DANKE DANKE DANKE DANKE DANKE DANKE
DANKE DANKE

Fotos und genauere Berichterstattung folgen. Den
morgigen Tag habe ich offiziell zu meinem letzten
Praktikumstag erklaert. Natuerlich werde ich die Woche trotzdem noch hin und wieder vorbei schneien und dann auch mit Doerte vorbei gehen.
Ich habe uebriegens die Grossen gefragt, ueber welches Geschenk sie sich feuen wuerden. Rischirasch (17) wollte auf keinen Fall, dass ich Geld fuer die Kids ausgebe. Dann liess er sich gerademal fuer eine Samosa und ne Pepsi erweichen (was die Besucher sonst geben). Kelash (17) hat mir dann den Fahrradwunsch heimlich gesteckt.
Bild1
Ausserdem haben die grossen 20 Real gefunden, die
Marcello(typisch brasilianisch) dort veloren hat. Die
haben sie ehrlich im Buero abgegeben. Klasse Jungs!
Irgendwas muss I-India richtig machen.



Ansonsten wird das Leben hier gerade nochmal richtig
schoen zum Schluss. Ich habe seit gestern noch einen
neuen Mitbewohner: Simon aus Stuttgart, der gerade
fuenf Bierchen fuer uns zum Abendbrot besorgt hat. :)
Der ist echt gut drauf, war an seinem ersten Tag in
der Pink City und an seinem zweiten mit mir bei den
Strassenkindern. Hut ab! Auch sonst sind meine neuen
Mitbewohner gut drauf. Marcello (Brasilien) ist mit 44 Kilos Gepaeck angereist (beinhaltet 25 Rollen
Klopapier). Jetzt gibt es nichts mehr, was wir im
white house nicht haben. Marcello klettert,
fotografiert, entwickelt und macht Capueira (bestimmt
falsch geschrieben). Er will mir Seiltanzen
beibringen. :)

Tom hat einen netten trockenen Humor und ist sehr
hilfsbereit. Er ist gross und sehr helhaeutig,
Marcello ist einen Klopf kleiner als ich und
schwarzhaarig. Die beiden sind das perfekte Paar. :)

Eigentlich wollte ich euch noch vom Wochenende
berichten. Aber ich bin gerade so maul- bzw.
fingerfaul (cooles Wort, gefaellt mir). Aber ihr
koennt ja schonmal auf der Karte gucken: Ich war am
Sonntag in Bundi oder Bundhi im Sueden von Rajasthan.
Das war der Hammer. Also freut euch auf die naechste
mail. Und jetzt freut euch fuer die Kumars!! :)


Juliane
P.S.:
http://www.visitdaniela.com/pages/fun/world2005.htm

01. Reiseziele
02. Reisebericht Indien
03. Fotogalerie Indien
04. Reisebericht Brasilien
05. Fotogalerie Brasilien
06. Reisebericht Bosnien
07. Fotogalerie Bosnien
08. über mich
09. Fotos, die mich zeigen
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